
JANOSCH
Sympathy for the Devil
Erotik Thriller
Es ist Sommer. Janosch cruist in Hamburgs Stadtpark und trifft einen jungen Mann, der nach einem Besuch der Kirmes noch ein Abenteuer erleben möchte. Im Schutz der Dunkelheit bekommt er den Sex, den er gesucht hat. Minuten später ist er tot. Zurück auf der Kirmes, wo Janosch bei einem Fahrgeschäft arbeitet, setzt er sein Doppelleben fort. Als Teenager musste er von zu Hause abhauen, um den demütigenden Attacken seines homophoben Vaters zu entgehen. Er landet auf der Straße, ohne Perspektive, ohne Ziel. Er schlägt sich durch, kriecht bei anderen Straßenkindern unter, arbeitet als Stricher. Ständig auf der Suche nach einem besseren Leben. Janosch schafft es nicht, ein positives Verhältnis zu sich und seiner Homosexualität aufzubauen. Er fühlt sich wertlos, verachtet und an den Rand der Gesellschaft gedrängt.
Der Anschluss zu den Schaustellern und der Job bei einem Fahrgeschäft verspricht ihm dann ein neues, fast familiäres Leben und gibt ihm eine neue Perspektive. Aber, getrieben von großer Lust auf Sex, Selbsthass und der ständigen Angst vor Ablehnung, lässt ihn zum Mörder werden. Ein verhängnisvoller Trip zwischen Lust und Leid, zwischen Hoffnung und Niederlagen … und am Ende ist er doch nicht völlig verlassen.
Erschienen im Mai 2025
Himmelstürmer Verlag
Rezensionen
Buchtipp des GGG Magazins, Österreich
Vom Stricher zum Serienmörder – ein Leben im Ausnahmezustand
Ein mutiger, psychologisch intensiver Roman mit Ecken, Kanten und echtem Nachhall – definitiv nichts für Zartbesaitete, aber ein Gewinn für alle, die Substanz und Abgründe nicht scheuen.
Frank Rommerskirchens Erotik-Thriller „Janosch – Sympathy for the Devil“ führt seine Leser:innen tief in das psychologische Innenleben eines jungen Mannes, der zugleich Opfer und Täter ist. Im Zentrum steht Janosch, der auf einem Hamburger Jahrmarkt arbeitet und sich nachts als Stricher verdingt.
Ein zerrissenes Leben mit inneren Dämonen
Die scheinbare Routine eines zerrissenen Lebens wird von inneren Dämonen durchbrochen: Gewalt, Lust, Selbsthass – und letztlich Mord. Der Roman verwebt diese Elemente zu einer düsteren Charakterstudie, die unter die Haut geht.
Schon der erste Eindruck: Der Stil ist schnörkellos, direkt, dabei aber nie lieblos. Rommerskirchens Sprache wirkt wie ein Katalysator: Sie verstärkt das Drama, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen. Diese Klarheit tut besonders gut in einem Genre, das sonst gern überdramatisiert. Was erzählt wird, ist ohnehin dramatisch genug.
Ein Protagonist, der verstört
Janosch ist ein Protagonist, der verstört. Er trägt das Gepäck einer brutalen Kindheit, einer homophoben Umgebung und eines entfremdeten Ichs. Er sucht Nähe – körperlich, emotional – findet sie aber nie, weil er sich selbst nicht erträgt.
Genau hier setzt Rommerskirchen an: Der Roman zeigt nicht einfach einen Kriminellen, sondern entblättert einen Menschen, der sich Stück für Stück verliert. Aus diesem inneren Druck heraus geschehen die Morde – fünf an der Zahl –, und Janosch ist der Täter. Es gibt kein Whodunit, keinen Kommissar im Nacken, keine konstruierte Auflösung. Die Gewalt ist das Ergebnis eines Systems aus Scham, Ausgrenzung und seelischem Schmerz.
Die Taten sind verstörend und verschreckend zugleich
Was das Buch besonders macht, ist sein Mut, diesen Weg nicht zu verkürzen oder zu beschönigen. Es gibt keine simple Erklärung, kein Entkommen durch äußere Erlösung. Janoschs Taten sind zugleich erschreckend und verständlich – was für Leser:innen eine unangenehme, aber wichtige Perspektive öffnet.
Die Morde selbst sind drastisch, aber nie effekthascherisch. Vielmehr dienen sie als Spiegel: Jeder Mord ein Ausdruck seiner Zerrissenheit, eine verzweifelte Reaktion auf unerfüllte Sehnsüchte.
Die Orte sind mehr als Kulisse
Ein weiterer Pluspunkt ist das Milieu: Der Jahrmarkt mit seinen Lichtern und Schatten, die billigen Hotelzimmer, die flüchtigen Begegnungen – Rommerskirchen zeichnet diese Orte mit liebevoller Präzision. Sie sind mehr als Kulisse; sie sind Spiegelbilder von Janoschs Innenwelt. Besonders intensiv wirken die Momente, in denen Erotik und Gewalt sich berühren – ohne je voyeuristisch zu werden. Das ist eine Gratwanderung, die der Autor souverän meistert.
Natürlich verlangt das Buch seinen Leser:innen einiges ab. Es ist kein Wohlfühlthriller, kein schneller Nervenkitzel für zwischendurch. Wer hier eintaucht, sollte bereit sein, sich auf einen inneren Abgrund einzulassen. Manche Passagen wirken dadurch bedrückend – was wohl auch genau so gewollt ist. Die Spannung liegt nicht in der Frage, wer als Nächstes stirbt, sondern darin, ob und wie Janosch sich selbst noch retten kann.
„Janosch – Sympathy for the Devil“ ist ein beklemmender, emotional fordernder, aber literarisch starker Erotik-Thriller. Statt einfacher Antworten bietet Frank Rommerskirchen eine tiefgreifende Charakterstudie mit düsterem Sog. Wer sich auf diesen Trip einlässt, wird belohnt mit einer ungewöhnlichen Perspektive auf Schuld, Begehren und Menschlichkeit – in all ihrer Widersprüchlichkeit.
Quelle: Vom Stricher zum Serienmörder – ein Leben im Ausnahmezustand | GGG.at
„Janosch -Sympathy for the Devil“ – Ein Erotik-Thriller, in dem im Detail mehr als Liebe, Homosexualität und Mord steckt …
Wie Frank Rommerskirchen sich ausdrückt, ist bezeichnend: Du steckst mittendrin beim Lesen, erlebst hautnah, wie Janosch seine Sexualität auslebt, als Stricher oder auf dem Rummelplatz sein Geld verdient, und es zur Kriminalität kommt …
Mich hat der Wechsel zwischen zwischen Lust, Niederlagen und Ängsten fasziniert…
Ich würde mir dieses Buch immer wieder kaufen und bin gespannt auf weitere Werke von Frank Rommerskirchen …
Quelle: Himmelstürmer Verlag
Ich bin begeistert!
...Gleich nach den ersten Seiten hat mich das Thema (Kindheitstrauma, Sexualität und Verbrechen) gepackt. Schon bald habe ich Verständnis, Mitgefühl für Janosch empfunden und mit ihm gelitten. Das Buch lässt sich leicht lesen, ist super spannend und in einer großartigen Sprache geschrieben. Besonders prickelnd fand ich... in diesem Erotik-Thriller die sehr gute Beschreibung der „harten Fakten“.
Ich würde das Buch immer wieder kaufen und hoffe auf eine baldige Fortsetzung
Quelle: Himmelstürmer Verlag
„Sympathy for the Devil“ von Frank Rommerskirchen ist ein beeindruckendes Werk, das tief in die menschliche Psyche eintaucht und dabei eine fesselnde Erzählweise bietet. Rommerskirchen gelingt es meisterhaft, die komplexen und oft widersprüchlichen Facetten des Charakters Janosch darzustellen. Die Sprache ist sowohl poetisch als auch zugänglich, was dem Leser ermöglicht, sich vollständig in die Geschichte hineinzuversetzen.
Besonders hervorzuheben ist die Art und Weise, wie Rommerskirchen mit Themen wie Moral, Schuld und Vergebung umgeht. Er schafft es, die Leser zum Nachdenken anzuregen, ohne dabei den Unterhaltungswert aus den Augen zu verlieren. Die Handlung ist spannend und unerwartet, was das Buch zu einem echten Pageturner macht.
Die Charakterentwicklung ist ebenso bemerkenswert. Janosch ist eine Figur, die man nicht so schnell vergisst – seine inneren Konflikte und seine Suche nach Identität sind nachvollziehbar und berührend. Rommerskirchen hat es verstanden, einen emotionalen Bogen zu spannen, der bis zur letzten Seite fesselt.
Insgesamt ist „Sympathy for the Devil“ ein rundum gelungenes Buch, das sowohl die Herzstrings als auch den Verstand anspricht. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die an tiefgründigen Geschichten interessiert sind!
Quelle: Himmelstürmer Verlag
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, weil die Geschichte von Janosch wirklich spannend und vielschichtig ist. Besonders gefallen hat mir die authentische Sprache, die ohne viel Schnickschnack alles genau auf den Punkt bringt – auch an den pikanten Stellen. Die Mischung aus Krimi und Charakterstudie hat mich gefesselt … Ich würde gerne mehr von Frank Rommerskirchen lesen.
Quelle: Himmelstürmer Verlag
Frank Rommerskirchens Sympathy for the Devil ist ein außergewöhnlicher Erotikthriller, der durch seine dichte Atmosphäre, psychologische Tiefe und stilistische Eleganz besticht. Trotz expliziter Szenen bleibt das Werk durchgehend niveauvoll und verliert nie seinen erzählerischen Anspruch...
Besonders bemerkenswert ist die moralische Ambivalenz, die das gesamte Buch durchzieht: Man schwankt ständig zwischen dem Wunsch, dass der Mörder zur Rechenschaft gezogen wird, und dem beinahe widerwilligen Verlangen, dass er ungeschoren davonkommt. Diese Gratwanderung zwischen Mitgefühl und moralischem Entsetzen gelingt Rommerskirchen meisterhaft...
Sympathy for the Devil schreit nach einer Fortsetzung...
Ein intensives, bewegendes und für das Genre überraschend literarisch bemerkenswertes Werk Rommerskirchen beweist, dass Erotikthriller weit mehr sein können als bloße Unterhaltung.
Quelle: Himmelstürmer Verlag


JANOSCH
Jailhouse Rock
Roman
Die Geschichte von Janosch geht in die zweite Runde.
Nach seiner Verhaftung in der Hamburger Gay-Szene kommt Janosch nach Santa Fu – der Justizvollzugsanstalt in Fuhlsbüttel. Dort soll er seine Haftzeit, für die fünf Tötungsdelikte, die er begangen hat, abbüßen. Alles im Strafvollzug ist neu und verwirrend und Janosch muss schnell einen Weg finden, wie er den harten Knastalltag überleben kann. Als schwuler Mann ist er vor besondere Herausforderungen gestellt. Stimmen die Geschichten, die man vom Gefängnis kennt? Stichwort Seife.
Neben den alltäglichen Problemen mit seinen Mithäftlingen muss sich Janosch seinen inneren Dämonen stellen. Die Schuld lastet schwer auf ihm. Selbsthass und Verdammung setzen sich in seinem Seelenleben fort. Wird er es schaffen das zu überwinden und sich selbst zu vergeben? Eine große Hilfe auf diesem Weg der Selbstfindung ist ihm eine neue Liebe, die ihm zur Seite steht – auch dann, wenn es schwierig wird.
Als es zu einem bedrohlichen Zwischenfall kommt, beginnt Janosch sich für die Rechte queerer Gefangener einzusetzen. Ein neuer Lebensabschnitt als Aktivist hinter Gittern beginnt …
Jailhouse Rock ist aber auch die Geschichte von Yannik. Einem fünfjährigen Jungen, der viel lieber eine Piraten-Prinzessin sein möchte und lernen muss, dass das Leben keine Märchenstunde ist. Schon früh wird er mit schwierigen Themen wie Verlust, Angst, Scham und Vertrauen konfrontiert. Und gerade, als es so aussieht, als würde sich alles zum Guten entwickeln, passiert das Ungeheuerliche …
Werden Janosch und Yannik das Leben meistern? Was haben sie miteinander zu tun? Und gibt es für alle ein Happy End?
Erschienen im Juli 2025
Himmelstürmer Verlag
Rezensionen
Frank Rommerskirchen beweist mit Janosch Jailhause Rock einmal mehr, dass er zu den sprachlich wie inhaltlich originellsten Erzählern unserer Zeit gehört. Dieses Buch ist ist keine einfache Lektüre - es ist ein Erlebnis. Mit einer Mischung aus feiner Ironie, berührender Menschlichkeit und einem unverwechselbaren Rhythmus gelingt es ihm, die Figuren so plastisch und lebendig zu lassen, dass man glaubt, selbst Teil der Geschichte zu sein.
Der Titel mag verspielt wirken, doch dahinter verbirgt sich eine Erzählkraft, die mit Witz, Tiefgang und einem unerschütterlichem Gespür für die Absurditäten des Lebens aufwartet.
Rommerskirchen verbindet Leichtigkeit mit Ernst, Humor mit Nachdenklichkeit - eine seltene und umso wertvollere Mischung...
Besonders beeindruckend ist seine Sprache: pointiert, bildreich, voller überraschender Wendungen, aber niemals bemüht. Jeder Satz trägt, jeder Dialog glänzt vor Authentizität. Man spürt, dass hier ein Autor am Werk ist, der nicht nur erzählt, sondern komponiert - fast wie ein Musiker, der Worte in Töne verwandelt...
Frank Rommerskirchen gehört zweifellos zu denjenigen Stimmen, die man nicht nur wahrnimmt, sondern die nachhallen, lange nachdem man die letzte Seite umgeschlagen hat.
Ein Meisterwerk, das seinesgleichen sucht - und ein Muss für alle, die Literatur lieben.
Helga Balduin
Quelle: Amazon
Frank Rommerskirchens neuer Roman „Janosch - Jailhouse Rock“ hält, was der erste Roman „Janosch - Sympathy for the Devil“ versprach. Auch von der Fortsetzung bin ich begeistert und habe das Buch sehr gerne gelesen. Der Roman ist wieder in einer großartigen Sprache geschrieben und bleibt bis zum Ende spannend mit überraschenden Wendungen.
Ich würde das Buch immer wieder kaufen. Hoffentlich kommt bald eine Fortsetzung.
Quelle: Amazon
JANOSCH – Jailhouse Rock : Rommerskirchen, Frank: Amazon.de: Bücher

JANOSCH
Forever Young
Roman
„JANOSCH – Forever Young“ ist der dritte und finale Teil der Janosch-Reihe.
Wir schreiben das Jahr 2040. Seit sieben Jahren arbeitet Janosch mit seinem Team für die Anlaufstelle „Ankerplatz“ für Jugendliche in ihrer sexuellen Findungsphase. Aber die Zeiten haben sich dramatisch geändert. Sie sind schwerer für queere Menschen geworden, seit eine rechte Partei Deutschland regiert. Die Stimmung ist gekippt, Spendengelder bleiben aus, aber dennoch halten Janosch und sein Team die Anlaufstelle am Leben. Jetzt erst recht! Gegen alle Widerstände!
Gleichzeitig wird Hamburg von einer neuen Mordserie erschüttert. Ein mysteriöser Mörder macht Jagd auf betuchte ältere Männer aus der High Society. Allesamt millionenschwer und bestens in der feinen Gesellschaft vernetzt. Ihre nackten, toten Körper werden von dem Mörder in bekannten Hamburger Brunnenanlagen, wie dem Hygieiabrunnen am Rathaus, abgelegt und inszeniert. Warum bringt sich der Mörder durch diese Eigenart derart in Gefahr entdeckt zu werden? Vielleicht weil er auf einer Mission ist?
Die toten Männer gehören einem illustren geheimen Bund an – der sich intern „Fountain of Youth“ nennt. Der Jungbrunnen. Sie rekrutieren in armen Ländern vorpubertäre Jungs, im Alter von 12 bis 15 Jahren, und versprechen ihnen eine goldene Zukunft in Europa. Eine Karriere als Fußballer, die Möglichkeit an einer Eliteuni zu studieren oder einfach gute Arbeitsmöglichkeiten, um ihre armen Familien zu unterstützen. Von Hoffnung getrieben lassen sich die jungen Männer und ihre Familien auf diesen Deal ein. Tatsächlich geraten sie aber in die Fänge von „Fountain of Youth“. Mittels eines illegalen Medikaments, das die Pubertät unterdrückt und die Jungs gefügig macht, werden die Jugendlichen künstlich adolescent gehalten, um so für die perversen Spiele der dekadenten Herren herzuhalten. Der Kitzel, sich mit einem medizinisch veränderten „Pharm-Boy“ zu vergnügen, treibt sie zu dem menschenverachtenden Machenschaften an. Bis einer der Jungen entkommen kann …
Erscheint im Frühjahr 2026
Himmelstürmer Verlag

IKARUS
Ich wollte frei sein
Roman
Wer war der sagenumwobene Ikarus?
Wovon hat er geträumt? Woran hat er geglaubt? Wen hat er geliebt? Diese Fragen bleiben im klassischen Mythos unbeantwortet.
Dabei ist klar: Ikarus war mehr als „nur“ der Sohn des Erfinders Daidalos und es lohnt sich ihn kennenzulernen.
Frank Rommerskirchen erzählt die unbekannte Geschichte des Jünglings Ikarus.
Er lebt mit seinem Vater im Exil auf Kreta, dass von einem machthungrigen König regiert wird. Er sehnt sich nach Freiheit und einem glücklichen Leben.
Ikarus ist heimlich in den Prinzen verliebt, schmachtet ihn an und hofft, dass ihn mehr als nur Freundschaft mit ihm verbindet. Und tatsächlich. Prinz Glaukos erwidert seine Liebe.
Beide entdecken zusammen ihre Sexualität – aber auch ihre Bestimmung im Leben. Glaukos wird einst König sein und Ikarus? Er muss seinen eigenen Weg finden, zwischen zwei Kulturen hin- und hergerissen. Er muss sein Leben gestalten und herausfinden, wohin er gehört, wer er ist und was Freiheit bedeutet.
Auf seinem Weg begegnet er Göttern und Fabelwesen, die seinen jungen Körper begehren, ihm nachstellen und verführen. Er lernt den Unterschied zwischen leidenschaftlicher, romantischer Liebe und knisternder, praller Erotik, am Rande des Erlaubten, kennen.
Und was hat Ikarus mit dem sagenumwobenen Labyrinth zu schaffen, dem Minotauros und Ariadne, der stolzen Schwester von Glaukos?
Und als für Ikarus die Freiheit zum Greifen nahe ist, alles sich zum Guten wenden könnte, macht er einen entscheidenden Fehler …
Erschienen im Oktober 2025
Himmelstürmer Verlag
Rezensionen
Buchtipp des GGG Magazins Österreich
Mit „Ikarus – Ich wollte frei sein“ legt Frank Rommerskirchen eine moderne Erzählung vor, die klassische Mythologie mit queeren Themen und Fragen nach Identität und Freiheit verbindet.
Im Zentrum der Geschichte steht Ikarus, der mit seinem Vater Dädalus im Exil auf Kreta lebt. Der dort herrschende König regiert mit harter Hand, und Ikarus fühlt sich gefangen – nicht nur körperlich, sondern auch emotional und kulturell. Seine Sehnsucht nach Freiheit wird durch eine verbotene Liebe verstärkt: Er verliebt sich in den Prinzen Glaukos, der seine Gefühle erwidert.
Antiker Mythos mit neuer Perspektive
Gemeinsam entdecken die beiden Jugendlichen ihre Sexualität und stellen sich grundlegenden Fragen: Wo gehöre ich hin? Wer darf ich sein? Und was bedeutet es, wirklich frei zu leben?
Frank Rommerskirchen nutzt den bekannten Mythos nicht nur als lose Vorlage, sondern formt daraus eine vielschichtige Geschichte über Zugehörigkeit, Selbstverwirklichung und das Streben nach einem selbstbestimmten Leben – mit einem klar queeren Fokus.
- Werbung -
Liebe, Identität und der Wunsch zu fliegen
Die Erzählung punktet vor allem durch ihre atmosphärische Dichte. Die Welt wirkt trotz der mythischen Elemente nahbar, fast menschlich. „Die Sehnsucht nach Liebe, Zugehörigkeit und Freiheit ist universell“, heißt es im Roman, und diese Grundthemen tragen die Geschichte.
Die Sprache bleibt dabei angenehm leicht. Sie verliert sich nicht in Pathos, sondern setzt auf klare Bilder und zugängliche Emotionen. Gerade diese Balance macht das Buch für viele Leser:innen interessant – es ist dramatisch, aber nie überladen.
Dennoch wagt sich der Autor weit vor: Fabelwesen, Götter, politische Intrigen und erotische Spannungen treffen in der Erzählung aufeinander. Für einige Leser:innen könnte das zu viel des Guten sein – einzelne Nebenstränge bleiben dadurch etwas oberflächlich, da nicht alle Ebenen gleichermaßen tief ausgelotet werden.
Spannungsbogen mit kleinen Schwächen
Der Aufbau der Geschichte funktioniert über weite Strecken gut. Ikarus’ Entwicklung, seine inneren Konflikte und die sich vertiefende Beziehung zu Glaukos halten die Handlung in Bewegung. Gegen Ende verliert der Spannungsbogen allerdings etwas an Kraft – der Abschluss wirkt im Verhältnis zur vorher aufgebauten Erwartung etwas schnell abgehandelt.
Auch bei den Figuren bleibt der Fokus stark auf Ikarus selbst. Andere Charaktere – mit Ausnahme von Glaukos – bleiben etwas blass. Das kann als bewusste Erzählentscheidung gesehen werden, wirkt stellenweise aber wie eine verpasste Chance zur weiteren Vertiefung der erzählten Welt.
Queerer Mythos mit Tiefgang
Besonders überzeugend gelingt dem Autor die Darstellung kultureller und innerer Zerrissenheit. Ikarus steht nicht nur zwischen zwei Kulturen, sondern auch zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und persönlichem Begehren. Der Mythos wird so nicht einfach modernisiert, sondern in seiner Bedeutung erweitert.
Das Buch stellt nicht plakativ dar, was Freiheit ist – es zeigt sie in vielen Facetten. In den Begegnungen mit Göttern, in Momenten der Intimität, im Schweigen zwischen zwei Liebenden. Gerade diese Offenheit in der Interpretation hebt den Roman von klassischen Nacherzählungen ab.
„Ikarus – Ich wollte frei sein“ ist eine dichte, emotional ehrliche Neuinterpretation des bekannten Mythos, die antike Motive mit aktuellen Fragen nach Identität und Selbstbestimmung verbindet.
Quelle: Queere Neuinterpretation des Ikarus-Mythos | GGG.at

